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Reinhold Fuchs

Im Sommerwind

Hoch stehen des Roggens mattgoldene Wände
Zur Rechten und Linken in flimmerndem Duft.
Schwellender Segen rings und kein Ende;
Kosend, wie schmeichelnde Mutterhände,
Streichelt die nickenden Ähren die Luft.

Sinnend vom Feldrain im Schwarzdornschatten
Laß ich ins Weite die Blicke gehn. –
Herz, o wie sanft sich die Sorgen bestatten,
Wenn um glühenden Mohn über grünende Matten
Hauche von blühenden Rosen wehn!

Was du in sternlosen Nächten geduldet,
Was du verloren, versäumt und verschuldet,
Dünkt dich ein Traum, der verweht und zerrinnt,
Während wie segnender Feen Schreiten
Rings in den wogenden Halmengebreiten
Flüstert und säuselt der Sommerwind.

Quelle:
„Vom Reichtum der deutschen Seele – Ein Hausbuch deutscher Lyrik“
hrsg. v. Georg Virnsberg, verlegt bei Dollheimer, Leipzig, 1928

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