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Reinhold Fuchs

Lied des Sämanns

Vom Morgennebel dampft das Feld
Gleich einem Opferherde;
Im Frühwindhauche durch die Welt
Braust Gottes Wort: Es werde!

Hell blitzt der Tau am Heidewall,
Hoch jubeln Lerchenlieder,
Und golden rauscht der Körner Fall
Aus meiner Rechten nieder.

Wohl mögen Krieg und Wetterschlag
Die grünen Halme knicken,
Wohl mag den frohen Erntetag
Mein Auge nicht erblicken,

Doch reg ich rüstig Fuß und Hand; –
Was hilft das eitle Sorgen?
Und lächelnd schreitet übers Land
Mit mir der Frühlingsmorgen.

Quelle:
„Vom Reichtum der deutschen Seele – Ein Hausbuch deutscher Lyrik“
hrsg. v. Georg Virnsberg, verlegt bei Dollheimer, Leipzig, 1928

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