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Heinrich Seidel: Glockenspiel

III. Lieder


DER EINSAME

Arm und freundlos und verlassen
Bring' ich meine Tage hin,
Ohne Lieben, ohne Hassen,
Ohn' Verlieren, ohn' Gewinn.

Leid und Wonne, Lust und Plage,
Ew'ges Welteneinerlei –
An der Insel meiner Tage
Strömt es ohne Spur vorbei.

Ein erstorbner Ast am Baume,
Den der Frühling nicht belebt,
Schwind' ich hin in dumpfem Traume,
Undurchglüht und undurchbebt.

Ohne Lieben, ohne Hassen,
Ohn' Verlieren, ohn' Gewinn!
Arm und freundlos und verlassen
Bring' ich meine Tage hin!

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