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Gerhart Hauptmann

Der Herbstwind heult

Der Herbstwind heult, die Blätter jagen,
vom Sturm gescheucht, durch kalte Luft.
Die hüllenlosen Bäume ragen,
Denkmäler einer Totengruft.

Des Sommers Gluten blass verlodern,
von Wolkenmassen ausgedrückt,
die Sonne selbst scheint zu vermodern,
vom bleichen Tode angeblickt.

Es trieft aus nassen Ästen nieder,
Verwesung birgt ein jeder Hauch.
Und, Quelle meiner jungen Lieder,
Verwesung, scheint es, naht dir auch.

Mein Innres krampft sich jäh zusammen,
mein Auge ist von Schleiern schwer,
denn jene tiefgenährten Flammen
des Herzens leichten ihm nicht mehr.

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