mumag > Gedichtauswahl > Hofmannsthal

Hugo von Hofmannsthal

Terzinen über Vergänglichkeit - Dritte Terzine

Wir sind aus solchem Zeug, wie das zu Träumen,
Und Träume schlagen so die Augen auf
Wie kleine Kinder unter Kirschenbäumen,

Aus deren Krone den blaßgoldnen Lauf
Der Vollmond anhebt durch die große Nacht.
... Nicht anders tauchen unsre Träume auf,

Sind da und leben wie ein Kind, das lacht,
Nicht minder groß im Auf- und Niederschweben
Als Vollmond, aus Baumkronen aufgewacht.

Das Innerste ist offen ihrem Weben;
Wie Geisterhände in versperrtem Raum
Sind sie in uns und haben immer Leben.

Und drei sind Eins: ein Mensch, ein Ding, ein Traum.

(1894)


weiter zu Terzine IV

Seitenanfang / top

   Tweet

Werbung amazon: Gedichtinterpretationen - Gedichtanalysen



Impressum - Datenschutz