Albin Zollinger

Tod im Frühling

Heiß vom Äquator herauf
Rauscht die Sonne, das Wasser zirpt
Schaumig in Primeln, alles nimmt seinen Lauf:
Ich aber bin, der in Träumen von Sommer hier stirbt!

Offen mit tausend purpurnen Sinnen, schlürf ich die Welt,
Schlaf ich in Dämmerung, hallend vom Schritt der Penaten.
Siehe, sie räumen, räuchern, raschelnder Efeu fällt,
Rings, wie ein Regen, rieselt das Leben der Saaten.

Aufwärts im Strome reißt es der Erde Blut.
Ich bin müde, mir bröckeln die Adern voll Asche, ich sinke
Schollernd am Grunde der übermächtigen Flut,
In dieses Aufbruchs gleißendem Grün und Geblinke.

Blüh mich nicht an, kühler Frühling, mit Süße der Luft!
Ich zerfalle.
Bald, in der Höhle der Gruft
Hör ich sie alle,

Höre sie weiße Straßen herauf in den Weizen ziehn.
Bänder flattern vom harzigen Holze, sie bauen.
Ferne dahinter dämmern die Feuer von Kien,
Nebelnde Herbste, wässerne Zeitlosenauen.

Blüh mich nicht an! Mir im Herzen wurzelt der wilde Baum!
Ihr, wenn ihr liebt, im Holunder,
Ist es von meinem Traum
Würze und Wunder!

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