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Clemens Brentano

Der Feind - Einen kenne ich ...

(Späte Fassung, 1812)

Einen kenne ich,
Wir lieben ihn nicht,
Einen nenne ich,
Der die Schwerter zerbricht.
Weh! sein Haupt steht in der Mitternacht,
Sein Fuß in dem Staub,
Vor ihm weht das Laub
Zur dunkeln Erde hernieder;
Ohne Erbarmen
In den Armen
Trägt er die kindisch taumelnde Welt;
Tod, so heißt er,
Und die Geister
Beben vor ihm, dem schrecklichen Held.

Quelle:
„Vom Reichtum der deutschen Seele – Ein Hausbuch deutscher Lyrik“
hrsg. v. Georg Virnsberg, verlegt bei Dollheimer, Leipzig, 1928

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Einen kenne ich

(Frühere Fassung, 1810)

  Einen kenne ich,
  Wir lieben ihn nicht,
  Einen nenne ich,
  Der die Kronen zerbricht.
Weh! sein Fuß steht im Staub,
Sein Haupt in der Mitternacht
Vor ihm wehet das Laub
Zur dunklen Erde hernieder;
  Ohn' Erbarmen
  In den Armen
  Trägt er die kindische taumelnde Welt,
  Tod, so heißt er
  Und die Geister
  Beben vor dir, du eiserner Held!

  Einen kenne ich,
  Wer liebt ihn genug
  Einen nenne ich
  Der die Dornenkrone trug.
Heil! sein Fuß stehet im Licht
Sein Haupt in der Glorie,
Wo er gehet, zerbricht
Des Todes eiserner Riegel.
  Voll Erbarmen
  In den Armen
  Trägt er die sterbliche liebende Welt,
  Jesus heißt er
  Und die Geister
  Beten dich an, du ewiger Held!

(aus einem Text mit dem Titel
„Kantate auf den Tod Ihrer Königlichen Majestät, Louise von Preußen“)

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