mumag > Gedichtauswahl > Eichendorff
mehr Trauer- und Todesgedichte

Joseph Freiherr von Eichendorff

Auf meines Kindes Tod

2

Als ich nun zum ersten Male
Wieder durch den Garten ging,
Busch und Bächlein in dem Tale
Lustig an zu plaudern fing.

Blumen halbverstohlen blickten
Neckend aus dem Gras heraus,
Bunte Schmetterlinge schickten
Sie sogleich auf Kundschaft aus.

Auch der Kuckuck in den Zweigen
Fand sich bald zum Spielen ein,
Endlich brach der Baum das Schweigen:
»Warum kommst du heut allein?«

Da ich aber schwieg, da rührt' er
Wunderbar sein dunkles Haupt,
Und ein Flüstern konnt ich spüren
Zwischen Vöglein, Blüt und Laub.

Tränen in dem Grase hingen,
Durch die abendstille Rund
Klagend nun die Quellen gingen,
Und ich weint aus Herzensgrund.


weiter zu 3 – Was ist mir denn so wehe? ...

Seitenanfang / top

   Tweet

Werbung amazon: Trauer- und Todesgedichte -
Gedichtinterpretationen - Gedichtanalysen -
speziell zu Eichendorff-Gedichten



Impressum - Datenschutz