mumag > Gedichtauswahl > Hebbel
mehr Winter- und Weihnachtsgedichte

Friedrich Hebbel

Winterreise

Wie durch so manchen Ort
Bin ich nun schon gekommen,
Und hab' aus keinem fort
Ein freundlich Bild genommen.

Man prüft am fremden Gast
Den Mantel und den Kragen,
Mit Blicken, welche fast
Die Liebe untersagen.

Der Gruß trägt so die Spur
Gleichgültig-offner Kälte,
Daß ich ihn ungern nur
Mit meinem Dank vergelte.

Und weil sie in der Brust
Mir nicht die Flamme nähren,
So muß sie ohne Lust
Sich in sich selbst verzehren.

Da ruf' ich aus mit Schmerz,
Indem ich fürbaß wandre:
Man hat nur dann ein Herz,
Wenn man es hat für andre.

Seitenanfang / top


Werbung amazon: Gedichtinterpretationen - Gedichtanalysen



Impressum - Datenschutz