mumag > Gedichtauswahl > Hofmannsthal

Hugo von Hofmannsthal

Terzinen über Vergänglichkeit - Zweite Terzine

Die Stunden! wo wir auf das helle Blauen
Des Meeres starren und den Tod verstehn,
So leicht und feierlich und ohne Grauen,

Wie kleine Mädchen, die sehr blaß aussehn,
Mit großen Augen, und die immer frieren,
An einem Abend stumm vor sich hinsehn

Und wissen, daß das Leben jetzt aus ihren
Schlaftrunknen Gliedern still hinüberfließt
In Bäum' und Gras, und sich matt lächelnd zieren

Wie eine Heilige, die ihr Blut vergießt.

(1894)


weiter zu Terzine III

Seitenanfang / top

   Tweet

Werbung amazon: Gedichtinterpretationen - Gedichtanalysen



Impressum - Datenschutz