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Hermann von Lingg

Herbstabend

Durchs Stoppelfeld auf Nebelstreifen
Weht traurig kalt Novemberwind;
Dort wankt am Wald mit Reisighäufen
Ein armes Weib und führt ihr Kind.

Dort sucht man die vergessne Traube,
Dort pflückt man Schleh' und Hagebutt.
Im Hofe pickt die wilde Taube
Ein Körnchen noch aus Stroh und Schutt.

Und hier, gebeugt auf müden Füßen,
Kehrt Einer heim, arm und allein,
Um noch zum letztenmal zu grüßen
Die letzte Seele, die noch sein.

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