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Wilhelm Wackernagel

Neujahrsnacht

Laut kreischend über Waldeshügeln,
Der Beute froh ein Riesenaar,
Fort trägt mit ausgespannten Flügeln
Der wilde Föhn das alte Jahr:
Zerrissen liegt, wohin er grollet,
Das Schneegewand das alles barg;
Mit stürzenden Lawinen rollet
Der letzte Tag in seinen Sarg.

In seinen Sarg wie manches Leben!
Wer hält das Leben? hält das Glück?
Wer zaubert, die im Sturme schweben,
Die Blätter an ihr Reis zurück?
O laß, mein Herz, an Gottes Oden
Zerrinnen Schnee und Welt und Zeit.
Hast du in ihm nur Grund und Boden,
So stehst du fest in Ewigkeit.

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