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Friedrich Wilhelm Weber

Beim Tode meines Bruders

Nun danke Gott, die Fahrt ist aus!
Du kehrtest heim ins Vaterhaus,
Froh bist du bei den Deinen, –
Und ich muß weinen.

Du kehrtest heim, stell hin den Stab,
Die schwere Bürde, leg sie ab,
Zieh aus die Reiseschuhe,
Nun hast du Ruhe.

Dir tat so unsanft diese Welt,
Vergiß sie unterm Palmenzelt,
Vergiß sie in der andern; –
Ich muß noch wandern.

Und bring der Mutter Gruß auf Gruß
Von Ihrem, der noch wandern muß,
Und sag ihr, daß sein Lieben
Ihr treu geblieben.

Und sag, sein Kopf sei greis und alt,
Wohl käm er gern, wohl käm er bald:
Zwei Blumen hab er im Garten,
der müß er warten.

Quelle:
„Vom Reichtum der deutschen Seele – Ein Hausbuch deutscher Lyrik“
hrsg. v. Georg Virnsberg, verlegt bei Dollheimer, Leipzig, 1928

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